Energie Anlage Bernburg

Unser bestes Beispiel: die Energie Anlage Bernburg

Moderne Technik für neue Energie.

die Energie Anlage Bernburg

1. Entstehung der Anlage

Im April 2008 fiel in Bernburg der Startschuss für den Bau einer Thermischen Behandlungsanlage  (Ersatzbrennstoffkraftwerk). Betrieben wird die Anlage von der „Energie Anlage Bernburg GmbH (EAB)“, einer Gesellschaft, an der die internationale Chemie-Gruppe Solvay und wir beteiligt sind. Zweck der Investition war es, einen Teil der Energieversorgung des Solvay-Standortes in Bernburg auf eine breitere Basis zu stellen. Statt Gas, Öl oder Kohle werden dort Ersatzbrennstoffe – kurz EBS – als Energielieferanten genutzt. EBS sind zum größten Teil aufbereitete Siedlungs- und Gewerbeabfälle, die eine bestimmte Spezifikation erfüllen müssen (Heizwert, Stückigkeit, Schadstoffpotenzial usw.).

Im Heizkraftwerk werden diese Brennstoffe zur Dampferzeugung eingesetzt. Mit einer Turbine wird der Dampf nach dem Prinzip der Kraft-Wärme-Kopplung in elektrische Energie umgewandelt. Strom und Dampf werden zur Versorgung des Solvay-Werks genutzt. Seit dem Oktober 2010 hat die Anlage ihren kommerziellen Betrieb aufgenommen.


Heiß auf neue Energie: die Energie Anlage Bernburg

In der Energie Anlage Bernburg werden in drei Kesselanlagen Ersatzbrennstoffe bei einer Temperatur von mehr als 850 Grad Celsius verbrannt. Mit der Verbrennungswärme wird Wasser erhitzt und Dampf erzeugt, der als Prozessdampf oder zur Erzeugung von elektrischer Energie genutzt wird.

 


2. Dampferzeugung

Kraft-Wärme-Kopplung: sicher und wirtschaftlich
Die Dampferzeugung findet in drei Kesselanlagen statt, in denen der Ersatzbrennstoff bei einer Temperatur von mehr als 850°C verbrannt wird. Mit der Verbrennungswärme wird Wasser erhitzt und verdampft. Ein Teil des Dampfes wird direkt für Produktionsprozesse im Solvay-Werk genutzt. Dazu wird er über eine Dampfleitung ins Werk transportiert. Der restliche Dampf treibt eine Turbine an, die Strom erzeugt. Dieser deckt den Strombedarf des Solvay-Werks; die Überschüsse werden in das öffentliche Stromnetz eingespeist.


die Prozesse zur Rauchgasreinigung

3. Prozesse

Beste Technik zur Rauchgasreinigung
Bei jeder Verbrennung werden Rauchgase freigesetzt, die Schadstoffe enthalten können. Im EBS-Heizkraftwerk werden diese jedoch durch eine mehrstufige Rauchgasreinigung weitgehend reduziert. Dabei kommt auch das von Solvay entwickelte, patentierte und weltweit eingesetzte SOLVAir®-Verfahren zum Einsatz. Der Optimierungsprozess zur Schadstoffreduktion setzt schon bei der Feuerung an: Mittels besonderer Verbrennungstechnik, bei der Luft mit geringem Druck durch den Feuerungsrost gepresst wird, wird von vornherein die Entstehung von Stickoxid vermindert. Im nächsten Schritt reduziert Harnstoff im Verbrennungskessel das verbliebene Stickoxid zu Stickstoff und Wasser. Dieser Vorgang wird als selektive-nicht-katalytische Reduktion (SNCR) bezeichnet.


Kontrolle der Grenzwerte

4. Grenzwerte

Gesetzliche Grenzwerte zuverlässig unterschreiten
Die Temperatur des Rauchgases wird vor der Reduktion durch Schallwellenmesssysteme exakt gemessen. Dadurch kann die Zuführung des Harnstoffs jeweils angepasst und die Reaktion optimiert werden. In der anschließenden Stufe wird hinter dem Verbrennungskessel Natriumbicarbonat in den Rauchgasstrom eingedüst – dies trennt bestimmte Bestandteile wie Schwefel- und Salzsäure vom Rauchgas. Durch die Zufuhr von Herdofenkoks werden die Schwermetalle sowie Dioxine und Furane gebunden. In der letzten Stufe sammelt ein Gewebefilter Staub, Natriumbicarbonat und den Herdofenkoks mit den gebundenen Schadstoffen aus dem Rauchgasstrom. Mit diesem bewährten Verfahren unterschreitet die Anlage zuverlässig und jederzeit die gesetzlich vorgeschriebenen Grenzwerte.


Qualitätssicherung durch lückenlose Kontrollen

5. Qualitätssicherung

Sicherheit durch lückenlose Kontrollen
Die EBS-aufbereiteten Abfälle, die in der Anlage thermisch verwertet oder beseitigt werden, unterliegen einer genauen Kontrolle nach einem mehrstufigen Qualitätssicherungssystem. Dieses entspricht den gesetzlichen Anforderungen an einen zertifizierten Entsorgungsfachbetrieb gemäß § 52 des Kreislaufwirtschafts- und Abfallgesetzes. Die EBS-Abfalllieferanten sind zur Einhaltung der Brennstoffqualität verpflichtet; dazu gibt es vertragliche oder gleichwertige Vereinbarungen mit der EAB. Vor Erstanlieferung muss analytisch nachgewiesen werden, dass die EBS-aufbereiteten Abfälle den Annahmebedingungen der EAB entsprechen. Ersatzweise kann dieser Nachweis auch direkt seitens der EAB erfolgen (Analyse nach Erstanlieferung und Freigabe der Lieferungen bei Einhaltung der Annahmebedingungen). Parallel dazu wird nach einer bestimmten Prüfdichte (ein- bis zweimal täglich) eine umfassende Sichtkontrolle des gesamten LKW-Inhaltes vorgenommen. Dabei erfolgt auch eine Vorkontrolle auf Einhaltung der Grenzwerte von Quecksilber und Radioaktivität mit mobilen Messgeräten. Zudem werden nach einem behördlich vorgeschriebenen Prüfalgorithmus Proben einzelner Anlieferungen gezogen und von einem externen Prüflabor chemisch analysiert.

Ein installiertes Kamerasystem erfasst im Bunker während des Entladeprozesses optisch Fehlstoffe – soweit vorhanden. Der Lieferant kann so später zur Verantwortung gezogen werden. Größere Kunden müssen im Rahmen des Qualitätssicherungssystems in einem jährlichen Lieferantenaudit nachweisen, dass sie über ein Qualitätssicherungssystem verfügen.


6. Emissionskontrollen

Kontinuierliche Kontrollen durch Sensoren
Das bei der Verbrennung entstehende Rauchgas wird vor der Reinigung kontinuierlich mit Sensoren überwacht. Bei auffälligen Werten wird der Reinigungsprozess automatisch angepasst. Außerdem wird das Rauchgas (Reingas) anhand laufend übermittelter Messdaten (online) durch die zuständigen Aufsichtsbehörden überwacht. Insgesamt sind die Kontrollmechanismen der EAB deutlich strenger und wirksamer als die Alternativen, die vereinzelt in der Öffentlichkeit gefordert wurden.


Gewerbliche Anlieferung nach vorheriger Absprache: Mo - Fr: 06:00 - 22:00 Uhr und Sa: 06:00 - 14:00 Uhr.


Tönsmeier vor Ort

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